
Auf einer Siebdruckmaschine ist der Squeegee nicht das Problem – das eigentliche Problem ist die Wartezeit, bis die Tinte getrocknet ist. Da die Tinte nicht sofort trocknet, stapeln sich die noch feuchten Drucke, die Produktionsgeschwindigkeit sinkt und die Farben beginnen auszulaufen. Die eigentliche Frage lautet also: Wie kann man eine echte Schnelltrocknungsfunktion erreichen und gleichzeitig die Maschine weiterlaufen lassen?
Dafür wird eine UV-Lampe verwendet, die für eine schnelle Reaktion ausgelegt ist – eine Lampe, die die benötigte maximale Strahlungsintensität sowie das spektrale Spektrum liefert, damit die Verbindungsprozesse sofort beginnen können, sobald das Substrat den Druckkopf verlässt.
Was wirklich wichtig ist
Bei der Austrocknung von Kunststoffteilen muss das spektrale Spektrum der Lampe mit dem des Photoinitiators übereinstimmen. Hochdruckmercurydampflampen strahlen bei 365 nm, während feste Linien bei 313 nm und 405 nm liegen – dadurch werden verschiedene Photoinitiatoren abgedeckt. Die maximale Strahlungsintensität, gemessen in mW/cm², bestimmt, wie schnell die Oberfläche trocknet. Bei Siebdruck arbeiten muss die Intensität mindestens 800 mW/cm² betragen, damit keine Klebrigkeit entsteht. Die Energiedichte, gemessen in mJ/cm², bestimmt die Tiefe der Trocknung sowie die Haftung der Schichten. Reflektoren mit dichroischem Beschichtungssystem formen den Lichtstrahl und reduzieren den unnötigen Infrarotanteil. Zudem halten ozongefreie Quarzkörper die Arbeitsfläche sauber und schützen empfindliche Folien.
Warum das bei einer Siebdruckmaschine funktioniert
Beim Siebdruck entstehen dicke Schichten, und opake Pigmente absorbieren das UV-Licht effektiv. Eine Lampe mit schneller Strahlungsstabilisierung erreicht bereits nach Sekunden ihre volle Leistung – dadurch trocknet die erste Druckseite bereits bei voller Geschwindigkeit. Dadurch entfallen Pausen, die den Arbeitsablauf stören könnten. Es entsteht eine gleichmäßige Trocknung der Druckseite, eine klarere Dottdefinition und Drucke, die sofort übereinander gelegt werden können. Der Energieverbrauch sinkt, da die Verweildauer verkürzt wird. Zudem verlängert sich die Lebensdauer der Lampe, da das System bei konstanter, reproduzierbarer Leistung arbeitet.
Dinge, die man nicht ignorieren darf
Es ist nicht optional, die Lampe der Maschine anzupassen. Der Rahmen der Maschine, der Lampenkasten sowie die Luftzufuhr bestimmen die Möglichkeiten. Überprüfen Sie die Geometrie der Reflektoren, den Anschlusstyp sowie die Kühlanforderungen im Hinblick auf Ihre Maschine. Die Leistung der Lampe nimmt im Laufe der Zeit ab – führen Sie daher alle 1.000 Stunden Messungen durch, um einen Rückgang von 10 % rechtzeitig festzustellen. Wenn man aus Energiegesichtspunkten unterhalb der vorgeschriebenen Spannung arbeitet, verlängert sich zwar die Lebensdauer der Lampe – doch die Strahlungsintensität nimmt ab. Das ist ein echter Kompromiss, den man mit Daten bewerten muss – nicht mit Wunschdenken.